Draußen messen, digital planen

Wie entstehen genaue Grundstückspläne, digitale Landkarten oder dreidimensionale Geländemodelle? In der Lehre Vermessungs- und Geoinformationstechnik arbeitest du mit Messgeräten, Satellitendaten, Karten und spezieller Software. Dabei kannst du zwischen zwei Schwerpunkten wählen.
Auf einer Baustelle muss bekannt sein, wo ein Gebäude stehen darf. Für eine neue Straße werden Höhen und Entfernungen gebraucht. Digitale Wanderkarten müssen Wege, Gelände und Veränderungen richtig darstellen. Hinter solchen Daten steckt genaue Arbeit. Vermessungs- und Geoinformationstechnikerinnen und -techniker erfassen unsere Umgebung und machen aus Messwerten brauchbare Pläne, Karten und digitale Modelle.
Eine Lehre, zwei Schwerpunkte
Der Lehrberuf wird seit Juli 2024 angeboten und dauert drei Jahre. Du entscheidest dich für einen von zwei Schwerpunkten: Vermessungstechnik oder Geoinformationstechnik. Beide Schwerpunkte können laut Ausbildungsordnung nicht kombiniert werden. Einzelne Inhalte des jeweils anderen Bereichs darf der Lehrbetrieb aber zusätzlich vermitteln. ris.bka.gv.at
Die beiden Bereiche waren früher eigenständige Lehrberufe. Sie wurden zusammengeführt, weil sich viele Ausbildungsinhalte überschneiden. Schwerpunkt Geoinformationstechnik
Vermessungstechnik: raus ins Gelände
Im Schwerpunkt Vermessungstechnik bestimmst du Lagen, Höhen und Abstände. Vermessen werden beispielsweise Grundstücke, Gebäude, Straßen oder Leitungen. Zum Einsatz kommen Satellitennavigation sowie elektronische, lasergestützte und bildgebende Messgeräte. Manche Instrumente können auch auf Drohnen montiert werden.
Danach geht es am Computer weiter. Die Messdaten werden kontrolliert und mit spezieller Software ausgewertet. Daraus entstehen Pläne, Karten oder dreidimensionale Modelle. Häufig arbeitest du dabei mit CAD. Die Abkürzung steht für „Computer Aided Design“, also rechnerunterstütztes Konstruieren. Solche Unterlagen werden etwa für Bauprojekte, Grundstücksgrenzen und die Raumplanung benötigt. ris.bka.gv.at
Geoinformationstechnik: Daten werden zu Karten
Im Schwerpunkt Geoinformationstechnik beschäftigst du dich stärker mit digitalen Karten und räumlichen Daten. Du verarbeitest beispielsweise Satellitenbilder, Luftaufnahmen, Laserscans, Vermessungsergebnisse oder statistische Daten.
Dafür nutzt du Geoinformationssysteme, kurz GIS. In solchen Programmen lassen sich verschiedene Informationen mit einem bestimmten Ort verbinden. So entstehen Stadtpläne, Wanderkarten, Geländemodelle, Webkarten oder Kartendaten für Apps. Du lernst auch, große Datenbestände zu ordnen, zu prüfen und aktuell zu halten. ris.bka.gv.at
Passt der Beruf zu dir?
Für diese Lehre solltest du genau arbeiten und räumlich denken können. Mathematik, Geometrie und Computerarbeit gehören dazu. Im Schwerpunkt Vermessungstechnik brauchst du außerdem Freude an der Arbeit im Freien. Je nach Auftrag bist du bei Hitze, Kälte oder in schwierigem Gelände unterwegs.
Du musst am Beginn noch kein Profi an Messgeräten oder Kartensoftware sein. Wichtig sind Interesse, Konzentration und die Bereitschaft, Fehler sorgfältig zu suchen. Denn schon kleine Ungenauigkeiten können einen Plan unbrauchbar machen.
Kurz gesagt
- Die Lehre dauert drei Jahre.
- Du wählst Vermessungs- oder Geoinformationstechnik.
- Vermessungstechnik verbindet Außendienst mit digitaler Auswertung.
- Geoinformationstechnik macht aus räumlichen Daten Karten und Anwendungen.
- Genauigkeit, räumliches Denken und Computerinteresse sind besonders wichtig.
